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Empire, Timorsee, 12° 12’ Süd,
128° 44’ Ost, 121 Meilen östlich Bathurst Islands
Der 120-Meter-Frachter verließ
Darwin, Australien, am 12. Juni 1918 mit Ziel Southampton.
Die Empire war eines der ersten Frachtschiffe, das eigene
Kräne an Bord hatte, um in Häfen schneller be- und
entladen werden zu können. Am zweiten Seetag geriet das
Schiff in einen Sturm, in dessen Folge einer der ungesicherten
Kräne die Aufbauten und das Achterdeck zertrümmerte.
Die Empire sank innerhalb von zehn Minuten. Der Bericht eines
Matrosen: »Die zehn oder elf Nichtschwimmer tobten natürlich,
gejagt durch die Angst, mit Händen und Füßen
durch die Gegend. Bald konnte durch das Salzwasserschlucken
von den Unruhigen keiner mehr einen Ton durch die Kehle bringen.
Länger hätte ich deren Geschrei auch nicht ertragen.
Alles blieb oben. Fast hell war es auch schon. Alle waren
im Kreise von ungefähr fünfzig Metern Durchmesser
zusammen, aber nur neunzehn, denn der Bootsmann war gleich
weiter weg geschwommen. Warum, weiß ich nicht. Er brüllte
nachher gewaltig, verstummte dann aber nach einer knappen
Stunde. Bestimmt ist er zuerst nach unten gegangen. Die See
war mittags viel ruhiger. Bis gegen Nachmittag waren wir noch
alle neunzehn Mann zusammen, weil die Schwimmwesten ja noch
trugen. Nun aber war der Stoff der Schwimmwesten gesättigt,
und man merkte, dass die Westen nach unten zogen. Es war besser,
wenn man sie auszog. So forderte das blaue Meer jetzt die
ersten von den Decksleuten. Der erste war Smith, ein Hühne
von Kerl. Aber die Ermattung gewann die Übermacht. Er
ging einfach so unter. Langsam aber sicher kam der Wahnsinn
als Vorzeichen. Der stetige Wellengang tat das Nötige,
wenn der Irrsinn den Mann auf den Rücken gelegt hatte.
Bei manchem dauerte es vielleicht eine Viertelstunde länger.
Aber die Zeit konnte man sich genau ausrechnen, wenn die ersten
Anzeichen sich bemerkbar machten. So gingen schon am ersten
Abend an die sechs oder sieben Decksleute unter. Die folgende
Nacht war stockfinster. Keiner sah den anderen. Man konnte
sie nur noch am Stöhnen hören oder wenn sie durch
die meterhohen Wellen ins Schreien gerieten. So gingen auch
meine beiden Kameraden Fletch und Pit in dieser Nacht davon.
Wie es heller wurde, war ich nur noch mit dem Dänen allein
auf weiter See. Dann kam ja die Helena.«
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Empire, Timor Sea, 12° 12’
South, 128° 44’ East, 121 Miles to the East
of Bathurst Island
On June 12, 1918 the 120 metre
freighter departed from Darwin, Australia, bound for
Southampton. The Empire was one of the first freight
ships to have its own on-board cranes, making it quicker
to load and reload at port. On the second day at sea
the ship was caught in a storm, during which a loose
crane became dislodged and smashed the superstructures
and the after deck. The Empire sank within ten minutes.
One of the sailors reported the following: “The
ten or eleven non-swimmers naturally went wild with
panic, thrashing about with their hands and feet.
Soon they had swallowed so much salt water that they
couldn’t make any more noise. I couldn’t
have stood their screaming much longer anyway. They
all stayed afloat. It was almost daylight by now.
We were all within a radius of fifty metres from one
another, but there were only nineteen of us because
the boatswain had swum some distance away, I don’t
know why. Later he began screaming loudly, but fell
silent again after less than an hour. I’m sure
he was the first to go under. By midday the sea was
much calmer. All nineteen men stayed close together
until the early afternoon, because our life jackets
were still afloat. But then the fabric started to
get soaked through and you could feel them getting
heavier. It was better to take them off. The deck
hands began to succumb to the will of the deep blue
sea. The first was Smith, a giant of a man. But exhaustion
got the better of him and he went under, just like
that. Slowly but surely, the madness came, the first
sign. And as soon as the madness had thoroughly weakened
them, the relentless waves did the rest. With some
of them it took a quarter of an hour longer. But you
could work out exactly how long it would take after
the first signs appeared. In this way six or seven
deck hands went under that first evening. The following
night was pitch black. You couldn’t see anyone.
You could just hear them moaning or screaming as metre-high
waves hit them. My comrades Fletch and Pit went under
that night. As day dawned, I was alone at high sea
with the Dane. Then of course the Helena came."
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