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Ship Cancellation

 

 

 

Series of 5, each 110 x 150 cm, c-print, screenprint on glass, framed
(Photo by Simon Vogel, Galerie Christian Nagel, Cologne, 2006)

 

Empire, 110x150 cm, c-print, screenprint on glas, framed

 

Empire, Timorsee, 12° 12’ Süd, 128° 44’ Ost, 121 Meilen östlich Bathurst Islands

 

Der 120-Meter-Frachter verließ Darwin, Australien, am 12. Juni 1918 mit Ziel Southampton. Die Empire war eines der ersten Frachtschiffe, das eigene Kräne an Bord hatte, um in Häfen schneller be- und entladen werden zu können. Am zweiten Seetag geriet das Schiff in einen Sturm, in dessen Folge einer der ungesicherten Kräne die Aufbauten und das Achterdeck zertrümmerte. Die Empire sank innerhalb von zehn Minuten. Der Bericht eines Matrosen: »Die zehn oder elf Nichtschwimmer tobten natürlich, gejagt durch die Angst, mit Händen und Füßen durch die Gegend. Bald konnte durch das Salzwasserschlucken von den Unruhigen keiner mehr einen Ton durch die Kehle bringen. Länger hätte ich deren Geschrei auch nicht ertragen. Alles blieb oben. Fast hell war es auch schon. Alle waren im Kreise von ungefähr fünfzig Metern Durchmesser zusammen, aber nur neunzehn, denn der Bootsmann war gleich weiter weg geschwommen. Warum, weiß ich nicht. Er brüllte nachher gewaltig, verstummte dann aber nach einer knappen Stunde. Bestimmt ist er zuerst nach unten gegangen. Die See war mittags viel ruhiger. Bis gegen Nachmittag waren wir noch alle neunzehn Mann zusammen, weil die Schwimmwesten ja noch trugen. Nun aber war der Stoff der Schwimmwesten gesättigt, und man merkte, dass die Westen nach unten zogen. Es war besser, wenn man sie auszog. So forderte das blaue Meer jetzt die ersten von den Decksleuten. Der erste war Smith, ein Hühne von Kerl. Aber die Ermattung gewann die Übermacht. Er ging einfach so unter. Langsam aber sicher kam der Wahnsinn als Vorzeichen. Der stetige Wellengang tat das Nötige, wenn der Irrsinn den Mann auf den Rücken gelegt hatte. Bei manchem dauerte es vielleicht eine Viertelstunde länger. Aber die Zeit konnte man sich genau ausrechnen, wenn die ersten Anzeichen sich bemerkbar machten. So gingen schon am ersten Abend an die sechs oder sieben Decksleute unter. Die folgende Nacht war stockfinster. Keiner sah den anderen. Man konnte sie nur noch am Stöhnen hören oder wenn sie durch die meterhohen Wellen ins Schreien gerieten. So gingen auch meine beiden Kameraden Fletch und Pit in dieser Nacht davon. Wie es heller wurde, war ich nur noch mit dem Dänen allein auf weiter See. Dann kam ja die Helena.«

 

 

 

 

Empire, Timor Sea, 12° 12’ South, 128° 44’ East, 121 Miles to the East of Bathurst Island

 

On June 12, 1918 the 120 metre freighter departed from Darwin, Australia, bound for Southampton. The Empire was one of the first freight ships to have its own on-board cranes, making it quicker to load and reload at port. On the second day at sea the ship was caught in a storm, during which a loose crane became dislodged and smashed the superstructures and the after deck. The Empire sank within ten minutes. One of the sailors reported the following: “The ten or eleven non-swimmers naturally went wild with panic, thrashing about with their hands and feet. Soon they had swallowed so much salt water that they couldn’t make any more noise. I couldn’t have stood their screaming much longer anyway. They all stayed afloat. It was almost daylight by now. We were all within a radius of fifty metres from one another, but there were only nineteen of us because the boatswain had swum some distance away, I don’t know why. Later he began screaming loudly, but fell silent again after less than an hour. I’m sure he was the first to go under. By midday the sea was much calmer. All nineteen men stayed close together until the early afternoon, because our life jackets were still afloat. But then the fabric started to get soaked through and you could feel them getting heavier. It was better to take them off. The deck hands began to succumb to the will of the deep blue sea. The first was Smith, a giant of a man. But exhaustion got the better of him and he went under, just like that. Slowly but surely, the madness came, the first sign. And as soon as the madness had thoroughly weakened them, the relentless waves did the rest. With some of them it took a quarter of an hour longer. But you could work out exactly how long it would take after the first signs appeared. In this way six or seven deck hands went under that first evening. The following night was pitch black. You couldn’t see anyone. You could just hear them moaning or screaming as metre-high waves hit them. My comrades Fletch and Pit went under that night. As day dawned, I was alone at high sea with the Dane. Then of course the Helena came."